Der Milseburg-Radweg von Fulda nach Hilders in der Rhön

Der Milseburg-Radweg beginnt bereits in Fulda sehr komfortabel mit einem ausgeschilderten kostenlosen Parkplatz in der Nähe der Autobahnausfahrt „Fulda Nord“. Da ist die Anreise gerettet. Fahrrad abladen – drauf setzen – losradeln – perfekt! Schon nach 2 Minuten bin ich begeistert. Feinster Radweg, disziplinierte Mitradler, die rechts fahren, und tolle Aussichten auf die Milseburger Kuppenrhön.

Da es sich um einen Bahnradweg handelt, der auf der Trasse der ehemaligen Rhönbahn gebaut wurde, sind die Steigungen zwar stetig aber moderat. Mit beständigen 2% geht es 360 Höhenmeter nach oben. Die Hauptattraktion ist der 1889 erbaute und 1172 Meter lange Milseburgtunnel, in dem konstant 8-10 Grad herrschen.

Der Tunnel ist nur von April bis Oktober für Radler geöffnet. In den übrigen Monaten dient er Fledermäusen als Winterquartier. Für mich ist das jetzt wieder eine echte Mutprobe.

In meinem Kopfkino inszeniert sich gerade ein Hitchcock – Film „Die Federmäuse“ mit mir als Hauptdarstellerin. Aus jedem Stein wird ein Monster mit Flügeln und ein möglicher Angriff. Ich bin ganz allein in dem Tunnel und ich bin ganz sicher, dass da am Fahrbahnrand abgerissene Flügel und aufgerissene Mäuler liegen. Die Trittfrequenz wird höher und ich verstehe wirklich nicht wie andere so fröhlich sein können….bei der Gefahr! 🙂

Hinter dem Tunnel rollt man entspannt hinunter nach Hilders, einem typischen, kleinen und verschlafenen (außer dem Platz vor der Touristeninformation mit dem Eiscafe) Rhönstädtchen.

Auf dem Rückweg begegnet mir immer wieder schon fast kitschige Rhönidylle.

Man muss ja immer offen sein für Alternativen und Neues. Daher verzichte ich auf dem Rückweg auf den Tunnel und wähle die 6 km lange und ein bisschen anstrengende Umfahrung mit einem Abstecher in das Malerdorf Kleinsassen.

Dort, wirklich in der tiefsten Rhön, gibt es einen Maler und Künstlerweg und -garten. Ein wahrhaft inspirierender Platz.

Steil und steinig geht es von Kleinsassen wieder zurück zum Milseburg-Radweg. Entlohnt wird man mit einem traumhaften Plätzchen. Ich kenne ja nicht alle Picknickplätze der Rhön, aber ich weiß, dass das hier sicher einer der Schönsten ist.

Und ich beschließe, mir jetzt unterwegs immer selbst eine Außengastronomie zu verschaffen.

Begleitet vom Duft und der Farbenpracht von Rapsfeldern in voller Blüte rolle ich glücklich die 390 Höhenmeter wieder hinunter.

Der Milseburg-Radweg hin und zurück ist ein 60 km-Traum vor allem jetzt im Frühsommer, wenn alles blüht.

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