von Rovereto zum Gardasee

mit Omasprüchen zum Ziel

unbenanntHeute steht bei bestem Wetter und mit kleinem Gepäck der Endspurt an. Das Verlassen von Rovereto ist eine kleine Herausforderung, das Durchqueren von Mori, dem nächsten Ort im Etschtal, eine große. Schön ist es leider nur streckenweise.dscn1373dscn1379Erst als der entscheidende Abzweig hinunter zum Gardasee kommt, wird es landschaftlich wieder reizvoller. dscn1376dscn1383dscn1387Ich radle jetzt durch Olivenplantagen.dscn1384 Und dann endlich….der ersehnte Blick auf den See.dscn1392Ich wische mir kurz über die Augen,

  • weil natürlich der Weg das Ziel war, aber Ankommen einfach schön ist.
  • weil ich so dankbar bin, dass mir mein Körper und mein Geist dieses großartige Erlebnis ermöglicht haben.
  • weil es soooo schön war.
  • weil es zu Ende ist.

Nach diesen wirklich wunderbaren Momenten mache ich einen schweren Navigationsfehler. Oder vielleicht auch schon vorher. Ich weiß es nicht. Wenn ich es wüsste, hätte ich ihn ja nicht gemacht. Jedenfalls nehme ich die falsche Straße bergab. Und es geht laaaange und steeeeil bergab. Als mir klar wird, dass etwas schief läuft, ist Umkehren keine Option mehr. Das ist ein bisschen wie im richtigen Leben. Man wähnt sich am Ziel, und schon ist die Situation völlig verändert. Also fahre ich weiter und entferne mich immer weiter vom See und es sieht aus, als sei ich nun RICHTIG falsch.    unbenannt-7Ich bin ein bisschen verzweifelt.
Aber wie heißt der Omaspruch dazu? „Mach einfach das Beste draus“. Das Beste scheint mir ein Besuch des „Centro Storico“ der Stadt zu sein, in der ich schließlich lande, Arco.dscn1397Und das ist wahrhaft lohnend. Außer altem Gemäuer gibt es hier gefühlte 50 Sportgeschäfte.
Hatte ich schon erwähnt, dass ich Shoppen hasse, außer in Sportgeschäften?dscn1396dscn1398dscn1401
dscn1400 Natürlich muss ich meine Verzweiflung mit einem Gelato bekämpfen. Dabei komme ich mit der Verkäuferin ins Gespräch und sie empfiehlt mir einen Laden für Fahrradklamotten. Nix wie hin. 2 sehr nette Mädels bemühen sich sehr um mich und kleiden mich in perfektem Italian Style neu ein. Dabei sprengen sie noch nicht mal meine Urlaubskasse.
Da fällt mir der nächste Omaspruch ein: „Jedem Verlust wohnt ein Gewinn inne“. Sehr zufrieden radle ich nun zwischen blühenden Oleanderbüschen in Richtung Gardasee. dscn140515 km Umweg können auch schön sein. Ob einen vielleicht manchmal eine unsichtbare Kraft steuert, die weiß, was gut für einen ist? Warum treffen wir immer wieder auf Menschen, die unser Leben verändern oder nachhaltig prägen? Warum gehen genau die nicht vorbei, so wie Millionen andere? Warum haben wir plötzlich Ideen, die wir Jahrzehnte vorher nicht hatten und die uns so gut tun wie z. B. „Ich fahre mit dem Fahrrad über die Alpen“? Ich glaube, das sind Fragen für die nächste große Tour, denn jetzt bin ich angekommen.dscn1407dscn1422
dscn1415 Ich bummle ein bisschen durch Torbole. dscn1427dscn1419dscn1429
Die Rückfahrt nach Rovereto soll mit dem Bus erfolgen. Der Anstieg ist mir zu steil und der Weg zu unattraktiv, der Wind weht kräftig genau von vorne und es ist heiß. Aber mein Fahrrad passt nicht in den Laderaum des Busses, und der Fahrer ist auch nicht bereit, mir in irgendeiner Form zu helfen. Ok, dann muss es eben aus eigener Kraft gehen.

„Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jotjejange“

Ein letzter Blick auf den See.dscn1434

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